Erstellt von Hans-Günter Wagner

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Zielgruppe

für die Klassen 10 bis 13 für alle Schularten der Sekundarstufe II

Ein- bis zwei Doppelstunden (90 Min.)

Lernziele (inhaltliche und methodische)

  • Die Lernenden können einige buddhistische Aussagen zu Staat und Gesellschaft beschreiben.
  • Sie sind imstande, auf entsprechende Sutren zu verweisen und können zwischen Buddhas unterschiedlichen Vorschlägen für demokratisch regierte Länder und Monarchien seiner Zeit unterscheiden.
  • Die Lernenden können Ashokas Herrschaftsmodell als frühen Prototyp eines idealen buddhistischen Staates beschreiben.
  • Sie sind in der Lage, anhand ausgewählter Beispiele die faktische Indienstnahme des Buddhismus zur Herrschaftsabsicherung in verschiedenen asiatischen Ländern zu beschreiben und können diese mit den ursprünglichen buddhistischen Prinzipien kontrastieren.
  • Die Lernenden können die tibetische „Buddhokratie“ als einen Spezialfall der Verknüpfung staatlicher und geistlicher Macht erläutern.
  • Sie sind in der Lage, den Missbrauch des Buddhismus zur Unterdrückung von Minderheiten zu beschreiben (z.B. anhand des Tamilenkonflikts oder der Vertreibung der Rohingya-Volksgruppen in Myanmar).
  • Die Lernenden können westliche und buddhistische Staats- und Gesellschaftsvorstellungen auf der paradigmatischen Ebene miteinander vergleichen.
  • Sie sind imstande, eigene qualifizierte Meinungen zu diesem Themenbereich zu formulieren und faktengestützt zu vertreten.

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Hauptteil

Die Lerneinheit (ein- bis zweimal 90 Minuten) wendet sich an Schüler(innen) der gymnasialen Oberstufe und kann in Fächern wie Ethik, Religion oder Praktische Philosophie eingesetzt werden. Anknüpfungspunkt sind die Themen „Recht und Gerechtigkeit in Gesellschaft, Staat und Staatengemeinschaft“ sowie „Gerechtigkeitsbezogene Begründungen verantwortlichen Handelns“, wie sie sich so oder in ähnlicher Form in den meisten Lehrplänen der Länder finden. [1]

Die Schüler/innen lernen das buddhistische Verständnis von Staat und Gemeinschaft durch den Vergleich mit entsprechenden Auffassungen und Konzeptionen im westlichen Denken kennen, so mit den klassischen Staatslehren von Hobbes, Locke und Rousseau sowie dem griechischen Denken. Neben den genuin buddhistischen Lehren zu diesem Bereich, erfahren die Lernenden vor allem etwas über die faktischen Wirkungen buddhistischer Staats- und Gesellschaftsauffassungen auf die historische Entwicklung ausgewählter asiatischer Länder. Neben dem Verständnis von idealen Staatsauffassungen und Gesellschaftskonzeptionen geht es also ebenso um deren Einflüsse auf das Leben der Menschen. Die Lerneinheit ist in Form eines Menüs konzipiert, das heißt, die Lehrkraft kann sowohl sämtliche der vorbereiteten Teile bearbeiten oder eine Auswahl treffen und nur ausgewählte Aufgabenstellungen mit den entsprechenden Arbeitsmaterialien in die Arbeitsgruppen geben.

[1] Siehe zum Beispiel: Lehrplan Ethik, Gymnasialer Bildungsgang, Gymnasiale Oberstufe des Hessischen Kulturministeriums von 2010, Inhalte für die Q3, Pkt. 3.2.3.

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Material