Eine komparative Betrachtung abendländischer und buddhistischer Perspektiven

Erstellt von Hans-Günter Wagner

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Zielgruppe

für die Klassen 10 bis 13 für alle Schularten der Sekundarstufe II

Ein- bis zwei Doppelstunden (90 Min.)

Lernziele (inhaltliche und methodische)

  • Die Lernenden können die buddhistischen Vorstellungen vom Glück in ihren Grundzügen beschreiben.
  • Sie sind imstande, zwischen verschiedenen Dimensionen des buddhistischen Glücksbegriffs zu unterscheiden, zum Beispiel dem eigenen versus dem Glück der anderen oder dem weltlichen Glück und jenem der Erlösung aus dem Daseinskreislauf.
  • Die Lernenden können Buddhas Position zur Frage des Glücks im Gesamtgefüge seiner Lehre (zumindest ansatzweise) darstellen.
  • Sie kennen einige der buddhistischen Glückssymbole und können deren Bedeutung und Gebrauch beschreiben.
  • Die Lernenden können die etymologischen Ursprünge des Glücksbegriffs anhand ausgewählter Sprachen erklären und einige Unterschiede zwischen diesen beschreiben.
  • Sie sind imstande zwischen verschiedenen Dimensionen des Glücksbegriffs zu unterscheiden, beispielsweise zwischen momentaner Freude versus dauerndem Wohlbefinden oder weltlichem und himmlischem Glück oder hedonistischem und Tugendglück.
  • Sie können verschiedene Kausalitätsmodelle darstellen und kommentieren: Glück als Zufall versus Resultat eigener Leistung, Glück als karmische Frucht versus Glück göttlichem Geschenk oder Glückserfahrung als Kontingenz versus steuerbarem Geschehen.
  • Sie können Probleme der Messbarkeit von Glück beschreiben und die verschiedenen Glücksdimensionen in ihren Auswirkungen für die empirische Glücksforschung beschreiben.
  • Sie können einige kulturelle Unterschiede in der Glückswahrnehmung und im Glücksstreben von Menschen beschreiben.
  • Die Lernenden können Glückslehren der Antike (Eudaimonismus, Hedonismus, Tugendglück) und des Mittelalters mit denen der Moderne (z.B. Utilitarismus) sowie denen des Christentums und Buddhismus in ihren paradigmatischen Qualitäten vergleichen.
  • Sie sind imstande, diese Glücksvorstellungen auf alltagsweltliche Lebenssituationen zu beziehen und verschiedene Handlungsszenarien zu reflektieren, die sich aus der Anwen- dung divergierender Glücksparadigmen ergeben.
  • Die Lernenden können über den Zusammenhang von Glücksuche und Lebenssinn reflektieren und entwickeln für ihr Individualverhalten eigene handlungsleitende Paradigmen.
  • Die Lernenden vertiefen ihre analytischen und interpretativen Fertigkeiten im Umgang mit verschiedenen Textarten (Strategien der hermeneutischen und historisch-kritischen Textarbeit).

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Methoden

  • Arbeit mit Texten. Textinterpretation (unter Verwendung deskriptiv-analytischer, ethisch- und religiös-normativ sowie fiktionaler und historischer Dokumente)
  • Brainstorming-Session mit anschließender strukturierender Aufarbeitung der Ergebnisse
  • Kontrastierung verschiedener Positionen und Erzeugung kognitiver Dissonanzen mit dem Ziel der Ausbildung handlungsleitender Kognitionen
  • Schüler-Lehrer-Dialoge
  • Zusammenfassende Schaubilder und Mind-mappings auf dem Whiteboard oder an der Tafel
  • Themenbezogene Lehrer(innen)-Inputs
  • Einsatz von Schüler(innen)-Arbeitsgruppen mit anschließender Ergebnispräsentation durch die Lernenden
  • Ergebnisoffene Diskussionen.
  • Die Lehrkraft steht als Ressource für Hintergrundwissen zur Verfügung, wenn entsprechende Schüle(innen)fragen gestellt werden.

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Hauptteil

Die Lerneinheit (ein- bis zweimal 90 Minuten) wendet sich an Schüler(innen) der Oberstufe und kann in Fächern wie Ethik, Religion oder Praktische Philosophie eingesetzt werden. Die Schüler/innen lernen das buddhistische Verständnis von Glück und Zufriedenheit durch den Vergleich mit entsprechenden Auffassungen und Konzeptionen im westlichen Denken kennen. So erfahren sie etwas über die Schwierigkeiten der Definition des Glücksbegriffs im Allgemeinen sowie seine Operationalisierbarkeit in der modernen sozialwissenschaftlichen Forschung im Besonderen. In Arbeitsgruppen (oder über das Stationenlernen) vergleichen sie antike, asi- atische und moderne Auffassungen vom guten Leben; dabei entwickeln sie Gesichtspunkte und Maßstäbe, um über die individuellen und gesellschaftlichen Dimensionen von Glück zu reflektieren. Am Ende sind die Schüler/innen aufgefordert ihre eigenen Glücksorientierungen zu finden. Die Lerneinheit ist in Form eines Menüs konzipiert, das heißt, die Lehrkraft kann sowohl alle vorbereiteten Teile bearbeiten oder eine Auswahl treffen und nur ausgewählte Aufgabenstellungen der Arbeitsgruppen bearbeiten lassen.

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