Text und Layout erstellt von Dr. Gerhard Weil

Zielgruppe

für die Klassen 9 bis 10 für alle Schularten der Sekundarstufe I

Eine Doppelstunde (90 Min.)

Voraussetzung Vorwissen zum Thema Buddhismus muss vorhanden sein

Lernziele und Kompetenzen

Die Schüler sollen…

– wichtige Gemeinsamkeiten von Christentum und Buddhismus kennen und benennen können.
– wichtige Unterschiede und Gegensätze beider Religionen und ihre kontroverse Sichtweise bzw. Kritik aneinander zusammenfassen können.
– erläutern können, warum sich diese beiden Religionen erst relativ spät begegneten.
– nach Diskussion für sich persönlich beurteilen und bewerten, ob für sie die Unterschiede oder die Gemeinsamkeiten überwiegen.
– bei einer Karikatur herausarbeiten, welche Argumente die Notwendigkeit eines interreligiösen Dialogs betonen.
– ihre Fähigkeiten zu einer ergebnisorientierten Partnerarbeit vertiefen.
– ihre Fähigkeiten zur Textzusammenfassung vor der Klasse weiterentwickeln.
– Die Fähigkeit, wesentliche Aussagen aus Texten unterschiedlicher Art zu erfassen und diese in unterschiedlicher Art und Weise zum Ausdruck zu bringen.
– Die Fähigkeit, die Ergebnisse der eigenen Arbeit adressatenbezogen zu präsentieren.

Kompetenzen:
Perspektiven Übernehmen als die Fähigkeit, sich mit anderen Lebens- und Denkkontexten auseinanderzusetzen und Entscheidungen bzw. Urteile anderer nachzuvollziehen. Hinzu kommt auch die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit interkulturellen Gegebenheiten und differierenden Wertvorstellungen.
Das Bilden einer eigenen Orientierung im Leben und das verantwortungsvolle Handeln setzen allerdings einen komplexen Prozess der Wahrnehmung, Deutung, der Perspektivübernahme und des Argumentierens, des Urteilens und der diskursiven Auseinandersetzung mit Anderen voraus.

Methoden

Mediengestützter Lehrervortrag, arbeitsgleiche Gruppenarbeit der Schüler*innen, Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse bzw. ihre Darstellung und Wiedererkennung durch die Mitschüler*innen. Alternative Planung: Statt Gruppenarbeit Partnerarbeit oder im Rahmen des Kooperativen Lernens (Cooperative Learning) „Think – Pair – Share“4. Außerdem für die Hausarbeit in Einzel- oder Gruppenarbeit sowie bei M1 und M2 zielgerichtete Internetrecherche.

Hauptteil

„In Christentum, Judentum und Islam ist Religion unverbrüchlich mit dem Glauben an Gott verbunden. Er ist es, der – ewig, vollkommen und allwissend – die Welt und uns geschaffen hat. Es gilt, ihm dankbar zu sein und ihn zu ehren, ihn anzubeten, ja gegebenenfalls auch zu fürchten. Er gebietet, was zu tun und was zu lassen ist. Er bestraft und belohnt, verdammt und erlöst. Aber von einem solchen Gott als dem Schöpfer und Herrn der Welt kann im Buddhismus nicht die Rede sein. Lehrt nicht der Erwachte, dass die Existenz der Wesen und ihr Erleben die Frucht karmischer Bedingungen sind? Dass alles – Belebtes wie Unbelebtes – dem bedingten Entstehen unterliegt und ausnahmslos wandelbar und unbeständig ist? Und dass jeder den Weg der Befreiung selbst gehen muss, auch wenn er dabei noch so wertvolle Hilfe und Unterstützung bekommt?“

Alfred Weil, Ehrenvorsitzender des Deutschen Buddhistischen Union: „In Denkmustern gefangen. Nicht Religion, nicht Wissenschaft – Dhamma“ Buddhismus aktuell 3/2014 S.25

(…)

Überhaupt bestehen in diesen beiden Fahrzeugen bei den Bodhisattvas erstaunliche Parallelen zu den im römisch-katholisch und in den orthodoxen Kirchen populären Heiligenfiguren, die ebenfalls als „Mittler“ von den Gläubigen um Hilfe angerufen werden. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch den Heiligenschein, den Nimbus, den beide Figuren charakterisiert und aus der hellenistischen Zeit in beiden Kulturbereichen übernommen wurde. Es dürfte klar sein, dass die genannten Ähnlichkeiten nicht für den Theravada-Buddhismus ohne Bodhisattvas und weitgehend auch nicht für protestantische Kirchen ohne nennenswerten Heiligen- und Marienkult gelten.

Das gilt auch für die buddhistische „Gebets-„kette Mala, die mit 108 Perlen die 108 Bände der gesammelten Lehren Buddhas symbolisieren soll und seine Verehrung unterstreicht. Die Mala wird hier zum Zählen von Mantras bei Meditationen genutzt. Der katholische Rosenkranz dagegen stammt wohl ursprünglich aus der orthodoxen Ostkirche und wird seit dem Mittelalter zu Rosenkranzgebeten mit 59 Perlen und einem Kreuz als Zentrum benutzt. Auch der Islam kennt solche Gebetsketten, Misbaha oder Subha in Arabisch, Tesbih in der türkischen Sprache genannt. Sie verfügt über 11, 33 oder 99 Perlen.

Material

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